Wehrpflicht: Die Debatte um Deutschlands Verteidigungsstrategie
Die Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht hat in Deutschland erneut an Fahrt aufgenommen. Die Unionsparteien plädieren für die Reaktivierung der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht, während die SPD darauf besteht, den Wehrdienst auf freiwilliger Basis zu belassen.
Im Fokus steht die Bundeswehr, die trotz des zusätzlichen Budgets von 100 Milliarden Euro weiterhin mit erheblichen Defiziten konfrontiert ist. Diese umfassen neben fehlender Ausrüstung und Munition auch einen Mangel an Soldaten.
Ein weiterer Aspekt der Debatte ist die potenzielle Verschärfung des Arbeitskräftemangels in der Wirtschaft, sollte eine größere Anzahl junger Menschen zum Wehrdienst herangezogen werden. Schon jetzt klagen Unternehmen über einen Mangel an Fachkräften, der durch die Reaktivierung der Wehrpflicht verstärkt werden könnte.
Nicht zuletzt werfen geopolitische Spannungen, insbesondere der Ukrainekrieg, neue Fragen über die Dauer und Intensität einer möglichen Auseinandersetzung mit Russland auf. Die Reaktivierung der Wehrpflicht könnte nach Ansicht einiger Beobachter nicht nur intern signalhaft wirken, sondern auch nach außen zeigen, dass Deutschland bereit ist, für seine Freiheit einzustehen und sich als wehrhaftes Land zu präsentieren, das keinen Zweifel an seiner Verteidigungsbereitschaft lässt.