Pazifik-Aufgabe: Rückführung deutscher Atomabfälle schreitet voran
Die "Pacific Grebe", beladen mit hochradioaktivem Material, hat am frühen Morgen den Hafen von Nordenham erreicht. An Bord befanden sich sieben Castor-Behälter, die aus Großbritannien stammen. Nach dem Ende der Atomkraft in Deutschland bleibt die Herausforderung der fachgerechten Entsorgung bestehen. Diese Behälter werden nun auf einem Weg quer durch das Land von Niedersachsen nach Bayern transportiert, um in Niederaichbach zwischengelagert zu werden.
Die Reise begann letzte Woche in Barrow-in-Furness unter streng geheimer Planung. Dienstagfrüh lief das Spezialschiff planmäßig in den Hafen ein. Der Kreuzungsverlauf blieb dank strenger Sicherheitsmaßnahmen störungsfrei. Das Hafengelände stand unter erhöhter Sicherheitsüberwachung durch schwer bewaffnete Polizeieinheiten.
Die Ankunft der Behälter löste in Nordenham Proteste von Atomkraftgegnern aus, die bereits an verschiedenen Orten ihre Besorgnis kundgetan hatten. Zahlreiche Demonstrationen und Mahnwachen sind kraftvoller Ausdruck des zivilgesellschaftlichen Widerstands.
Beim Entladen der Behälter auf die Waggons in Niedersachsen unterzogen Experten die Fracht umfassenden Strahlungsmessungen, um die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte zu garantieren. Dies ist von entscheidender Bedeutung, denn der Transport verläuft bei konstanten Sicherheitskontrollen, doch die Details zur Strecke bleiben aus Schutzgründen unveröffentlicht.
Grundsätzlich stellen die Zwischenlagerungen eine Herausforderung dar. Kritiker wie der Verein Ausgestrahlt sorgen sich um den langfristigen Schutz, da die Standorte wie Niederaichbach als nicht ausreichend sicher gelten. Helge Bauer vom Verein betont die Notwendigkeit eines endgültigen Atommülllagers.
Frühere Ablieferungen nuklearer Abfälle endeten 2005 mit Lagerungen in den britischen und französischen Aufarbeitungsanlagen. Deutschland hat sich verpflichtet, diese Reststoffe zurückzuführen. Weitere Castortransporte aus dem Ausland sind im Gange, mit künftigen Entladungen in Brokdorf und Philippsburg. Der Ort für ein finales Endlager bleibt noch unbestimmt.