Ölpreise stagnieren trotz politischer Spannungen und Sanktionsdrohungen
Die Ölpreise zeigen sich am Dienstag nach einem Anstieg zu Wochenbeginn nahezu unbewegt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostet am Nachmittag 74,83 US-Dollar, was einem minimalen Anstieg um sechs Cent gegenüber dem Vortag entspricht. Auch der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI verzeichnete lediglich einen geringen Zuwachs von 14 Cent und liegt nun bei 71,62 Dollar.
Mit Spannung werden derzeit mögliche Schritte von US-Präsident Donald Trump gegen Russland beobachtet. Trump hatte heftige Kritik an Putins Vorschlag geübt, die von Russland angegriffene Ukraine unter die Verwaltung der Vereinten Nationen zu stellen und dort Neuwahlen abzuhalten. Er drohte, Sanktionen gegen die russische Ölindustrie zu verhängen – eine Maßnahme, die auf den internationalen Märkten eventuell zu einem Umdenken in Bezug auf Rohöllieferengpässe aus Russland geführt hat. Marktbeobachter wie Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia betonen, dass trotz Russlands Geschick im Umgehen von Sanktionen, mögliche Liefereinschränkungen die Ölpreise weiter in die Höhe treiben könnten.
Neben der Diskussion um Ölimporte bleibt die US-Zollpolitik unter Trumps Führung ein dominantes Gesprächsthema an den Finanzmärkten. Die potenziellen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und eine dadurch gedämpfte Rohölnachfrage üben Druck auf die Preise aus. Dennoch konnten sich die Börsen in Europa und Asien jüngst stabilisieren, was auch auf andere Marktsegmente abfärbte. Trumps Ankündigung zu den genauen Details der neuen Zölle wird am Mittwoch erwartet. Es ist jedoch weiterhin unklar, welches Ausmaß die Auswirkungen auf einzelne Länder haben werden.