Erholung bei Bayer-Aktien: Schnäppchenjäger wittern Chancen
Die Bayer-Aktien haben sich am Dienstag von den jüngsten Verlusten erholt und legten um 4,6 Prozent zu. Dieses Plus sicherte dem Pharma- und Agrarchemieunternehmen den Spitzenplatz im Dax. Trotz dieser Erholung notieren die Aktien noch immer 2,7 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag und bleiben zudem deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 25 Euro, die sie erst vor einer Woche in Angriff genommen hatten.
Marktanalyst Andreas Lipkow bezeichnete die Käufer als 'Schnäppchenjäger', die nach dem starken Rückgang am Vortag wieder in den Markt einstiegen. Der Rückschlag am Montag war durch eine weitere Niederlage in einem US-Rechtsstreit über das Glyphosat-Produkt Roundup verursacht worden.
Analysten wie Richard Vosser von JPMorgan stellten jedoch klar, dass das Urteil kaum grundlegende Änderungen für Bayer mit sich bringt. Entscheidend seien Gesetzesänderungen auf Bundesstaatenebene und die mögliche Klärung einer Grundsatzfrage vor dem US Supreme Court.
Abed Jarad von MWB Research zeigte sich in seiner Analyse optimistisch, dass Bayer trotz der Rückschläge gut aufgestellt ist. Mit einer Erfolgsquote von 17 aus 25 Prozessen und erheblichen Kürzungen der Entschädigungszahlungen sei auch im aktuellen Fall mit einer deutlich geringeren Vergleichssumme von etwa 200 Millionen Euro zu rechnen.
Sollte der Rechtsstreit bis 2026 beigelegt werden, insbesondere durch eine Entscheidung des US Supreme Court, erwartet Jarad, dass erhebliche Werte freigesetzt werden könnten. Trotz vorhandener Risiken bleibt Jarad zuversichtlich, dass diese bereits weitgehend eingepreist sind und die Aktie langfristig attraktives Aufwärtspotenzial bietet.