Cannabis-Legalisierung in der Diskussion: Zwischen Bilanz und Zukunftsplänen
In einer Zeit, in der die Drogenpolitik der Bundesrepublik ihre erste Jahresschleife unter dem Einfluss des Cannabis-Legalisierungsgesetzes zieht, stellt der Drogenbeauftragte Burkhard Blienert eine kritische Analyse vor. Sein Appell? Die breite Masse möge sich eher auf das wachsende Problem der synthetischen Opioide konzentrieren, anstatt den Fokus einzig auf Cannabis zu legen. Besonders besorgniserregend sei, dass vor allem junge Menschen immer häufiger auf gefährlichere Substanzen wie Tilidin und Fentanyl zurückgreifen.
Blienert hebt hervor, dass Kokain inzwischen zur am weitesten verbreiteten illegalen Droge in Deutschland avanciert ist, dessen Konsum sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat. Dennoch sieht er einen positiven Aspekt der Cannabis-Teillegalisierung, der einen offenen und weniger kriminalisierten Umgang mit dieser Droge ermöglicht hat. Insbesondere für langjährige Konsumenten habe dies den Zugang zu Beratungs- und Behandlungsangeboten erheblich verbessert.
Währenddessen ziehen die politischen Wogen hoch: Seit dem 1. April 2024 ist das Kiffen unter zahlreichen Auflagen für Volljährige erlaubt, etwa der Anbau von bis zu drei Pflanzen oder die Mitgliedschaft in nicht-kommerziellen Anbauvereinigungen. Doch die aufkeimende Debatte bleibt nicht nur auf die politischen Parteien der Ampel-Koalition beschränkt. In den laufenden Koalitionsgesprächen zwischen Union und SPD, die die nächste Regierungsbildung prägen, fordern CDU und CSU vehement eine Rücknahme der Legalisierungsreformen. Die SPD hingegen zeigt bisher keine Neigung, diesen Forderungen nachzugeben.